Ist mein Baby traumatisiert? Wie du es herausfindest – und was du jetzt tun kannst

Woran erkenne ich ein Trauma bei einem Baby?

Leider können Neugeborene uns noch nicht sagen, was genau ihnen nicht passt. Als Mutter wirst du allerdings schnell herausfinden, wie dein Kind sich dir mitteilt.

So klingt das Schreien „Ich habe Hunger.“ anders als das Schreien „Mir tut der Bauch weh.“ klingt anders als „Ich bin müde und möchte schlafen.“. Du wirst also ganz schnell lernen, richtig auf dein Baby zu reagieren.

Diese Symptome sollten dich aufhorchen lassen:

  • Dein Kind schreit panisch.
  • Dein Kind hat extreme Trennungs-Ängste.
  • Dein Kind ist sehr schreckhaft.
  • Dein Kind wirkt apathisch.
  • Es gibt große Probleme beim Essen, Trinken und Schlafen.
  • Du hast das Gefühl, mit deinem Kind stimmt was nicht.

Woher kommt ein Trauma bei Babys?

Manche Wissenschaftler sagen, schon die Geburt sei ein Trauma. Andere behaupten, Babys könnten noch gar kein Trauma erfahren oder würden es gleich wieder vergessen. Meine Arbeit zeigt leider was anderes: Schon Ungeborene und Kinder jeden Alters können traumatische Erfahrungen machen, die sie ein Leben lang belasten:

  • Stress, Ängste oder Gewalterfahrung der Mutter während der Schwangerschaft
  • Frühgeburt oder Notfallkaiserschnitt
  • Einsatz von Zange- oder Saugglocke
  • Geburtskomplikationen, wie Nabelschnur um den Hals
  • Tod eines Zwillings im Mutterleib
  • Missglückte Abtreibung
  • Trennung von der Mutter direkt nach der Geburt
  • Schmerzhafte Behandlungen, Unfälle
  • Vernachlässigung
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Wie soll ein kleines Kind nun mit diesen Erfahrungen umgehen? Es hat nichts, woran es sich festhalten, worauf es sich verlassen kann. Dass Mama und/oder Papa da sind, es versorgen und lieb haben, hilft, reicht aber leider meistens nicht aus.

Oft sind auch die Eltern überfordert oder selbst sogar traumatisiert.

 

 

Was du jetzt auf keinen Fall tun solltest

  • Du hörst auf alle, die sagen: „Es ist nur eine Phase“

Der Kinderarzt, die Hebamme, deine beste Freundin, deine Eltern und Schwiegereltern, Dr. Google und alle anderen wollen dir genau das einreden.

o Was passiert, wenn du so weiter machst:

Du bist in wenigen Wochen total am Ende. Du spürst, irgendetwas stimmt mit deinem Kind nicht, unternimmst aber nichts. Vielleicht denkst du sogar, mit dir stimme etwas nicht, weil die Tipps scheinbar bei allen anderen, aber nicht bei dir und deinem Kind funktionieren. Du fühlst dich hilflos und unverstanden. Du verzweifelst.

Gleichzeitig belastet dich selbst die ganze Situation, die bei deinem Kind zu einem Trauma geführt hat, auch noch. Immer wenn du an die blöde Kuh von Krankenschwester oder dem Idioten von Arzt denkst, brichst du in Tränen aus.

  • Du bestrafst oder ignorierst dein Kind

Du befolgst die Ratschläge wie „Jedes Kind kann schlafen lernen. Verzieh es nicht! Lass es auch mal schreien!“. Vielleicht spürst du auch manchmal den Impuls, dein Kind zu schlagen oder zu schütteln. Tu nichts davon! So kleine Kinder können noch nicht verwöhnt oder verzogen werden.

o Was passiert, wenn du so weiter machst:

Du fügst deinem Baby möglicherweise einen Schaden zu, der es ein Leben lang beeinflussen wird – psychisch oder körperlich.

  • Du probierst alle möglichen Tipps und Tricks aus,

die die Leute, die behauptet haben, es sei nur eine Phase, so auf Lager haben. Leider beeindrucken die dein Baby überhaupt nicht oder allenfalls nur ganz kurz.

o Was passiert, wenn du so weiter machst:

Du verlierst die Geduld, bist mit den Nerven am Ende. Du versuchst ständig, die Symptome zu beheben, statt der Ursache auf den Grund zu gehen. Dein Kind schleppt sein Trauma ein Leben lang mit sich rum, woraus vielleicht irgendwann Krankheiten oder Störungen entstehen, die mit einer rechtzeitigen Therapie hätten verhindert werden können.

Du bist die Expertin für dein Baby. Du weißt am besten, was gut für es ist. Also höre auf dein Mutter-Bauchgefühl und hol euch Hilfe!

So funktioniert die Therapie bei traumatisierten Babys:

Die von mir angebotene I.B.T.®  – Integrative bindungsorientierte Traumatherapie teilt sich in drei Aspekte auf, die sich gegenseitig bedingen: Erstens werden die Belastungen und Ressourcen der Bezugspersonen (einzeln, aber auch miteinander) in Bezug auf das Trauma des Kindes, zweitens die Beziehung/ Bindung zwischen den Bezugspersonen und dem Kind und drittens die traumatischen Belastungen und Ressourcen des Kindes selbst betrachtet und in die Therapie integriert.

Sie beinhaltet Elemente aus der Tiefenpsychologie, der Verhaltenstherapie, der körperorientierten Arbeit, der bindungsbasierten Psychotherapie und der speziellen Psychotraumatologie für Kinder und Jugendliche.

Anders als bei den bisherigen geläufigen Methoden wird hier mit dem Baby direkt – nicht nur mit der Bezugsperson – traumatherapeutisch gearbeitet.

So läuft die Therapie ab

Schritt 1: Lass von einem Osteopathen oder jemand anderem, der das kann, das Kopfgelenk anschauen und ggf. auch richten. Es dürfen nur ganz sanfte Bewegungen sein, die der Therapeut ausübt.

Schritt 2: Im Vorgespräch lernst du mich kennen. Du erzählst mir die Geschichte, wie du sie erlebt hast. Dann entscheiden wir, ob es notwendig ist, dein Kind therapeutisch zu behandeln. Ich erläutere dir ausführlich, wie wir weiter vorgehen und beantworte alle deine Fragen.

Schritt 3: Du kommst erstmal ohne dein Baby. Wir bearbeiten in dieser Sitzung deine Geschichte so, dass du sie am Ende unbelastet erzählen kannst. Ich nutze dazu ein Verfahren aus der Traumatherapie, das mit Augenbewegungen arbeitet, also überhaupt nicht weh tut. Manchmal braucht es mehr als eine Sitzung.

Schritt 4: Heute kommst du mit deinem Baby. Du erzählst ihm die Geschichte möglichst aus seiner Sicht, nicht aus deiner. Vielleicht wurdet ihr ja getrennt, so dass du was anderes erlebt hast als dein Baby. Auch das kann mehr als eine Sitzung brauchen.

Was ändert sich durch die Traumatherapie?

Ziel ist, dass es Mutter und Kind besser geht. Alle Symptome lassen nach oder verschwinden sogar ganz. Ein Triggern ist nicht mehr möglich, sobald das Trauma verarbeitet und integriert wurde.

Dein Kind kann also trotz des schwierigen Starts ins Leben eine glückliche Kindheit erleben. Es kann die gemachten Erfahrungen nutzen, so dass es unbelastet und gestärkt groß wird.

Hier die Rückmeldung einer Mutter, deren 11 Wochen alte Karla nach einer Frühgeburt und anderen Komplikationen panisch geschrien und sich so gut wie gar nicht ablegen ließ:

Ja, uns geht es seither wirklich besser. Sie wirkt jetzt viel entspannter und nicht mehr so aufgewühlt. Sie hat nicht mehr dieses panische Schreien.

Die Sache mit dem Kinderwagen funktioniert nun auch endlich, darum sind wir so dankbar. Sie meckert zwar schon noch wenn ihr was nicht passt, aber sie lässt sich nun viel leichter und schneller beruhigen. 

Mir persönlich geht es seit dem zweiten Termin auch ganz anders und ich habe das Gefühl mit der Sache Krankenhaus abgeschlossen zu haben. Letztendlich denke ich doch, dass auch Paula dies spürt und somit ruhiger geworden ist. Hoffen wir, dass es so bleibt für uns alle.

Vielen Dank für Alles. 

  • 3 Sitzungen à 60 Minuten

 

Wie finde ich einen Trauma-Therapeuten für Babys?

Meistens beschränkt sich die Behandlung bei Babys auf eine reine Eltern-Beratung oder eine Bearbeitung der Eltern-Kind-Beziehung.

Eine wirkliche Traumatherapie bieten nur ganz wenige Therapeuten an. Einen Therapeuten in deiner Nähe findest du hier: Therapeutenliste

Alles Gute!

Deine

Ruth Hollederer